Vor zwei Jahren bzw. vor einem Jahr (bei unseren Neuen) mussten unsere Hühnchen noch vor Ostern in den industriellen Legehallen schuften.
Jetzt amüsieren sie sich in der warmen Frühlingssonne mit ihrer zweitliebsten Beschäftigung nach dem Fressen: Sie buddeln!
Und irgendwie hat das etwas sehr Fröhliches und Rhythmisches - fast wie ein Tanz.
Also: Let's Dance!
Am Wochenende haben wir so gehofft, dass auch Gitte wieder ganz gesund wird. Sie war am Sonnabend plötzlich so munter und hungrig.
Leider war das nur ein kurzes, letztes Aufflackern, und gestern mussten wir sie schweren Herzens einschläfern lassen als sie nicht mehr laufen konnte.
Fast zwei Jahre war unsere süße Diva bei uns, und ich bin froh, dass immerhin mehr als die Hälfte ihres Lebens schön war.
Gitte und Hilde werden nicht richtig gesund. Wir mussten sie von den anderen Hühnern separieren. Erstens ist nicht sicher, ob sie eine ansteckende Erkrankung haben, denn trotz vieler Untersuchungen gibt es keine eindeutige Diagnose. Und zweitens sind die anderen Hühner leider ziemlich fies zu den Kranken und scheuchen sie gnadenlos fort.
So haben wir second-hand eine kleine "Kurklinik" besorgt, in der sie es sich tagsüber gemütlich machen können. So lange es nachts sehr kalt ist, schlafen sie aber weiterhin im Welpenstall drinnen.
Die beiden finden den kleinen Hühnerstall, der in Sicht-und Hörweite der anderen Hühner ist, offenbar ganz gemütlich und verleben jetzt ruhige und friedliche Tage im "Kurpark". Zum Glück verstehen sich die beiden gut und schlafen nachts immer eng aneinander gekuschelt.
In einem Hühnerforum fragte vor kurzem eine Frau danach, wie man den Hühnerstall säubern könnte ohne sich sehr bücken zu müssen. Da habe ich von meiner Spaghettizange geschrieben, die ich mir für ein paar Euro gekauft und zweckentfremdet habe. Die ist nämlich hervorragend geeignet, um täglich schnell den Hühnerstall zu putzen. Hühner fressen tagsüber ja ordentlich, und das fällt dann nachts in den Stall.
Dieses Video ist also ziemlich kacke. 😄
Schon vor zwei Wochen haben Hilde und Irmi geschwächelt. Nach der Diagnose "Spulwürmer" bekamen alle Hühner eine Wurmkur, und Irmi war schnell wieder auf dem Damm und fit.
Aber Hilde schwächelte weiter. Ein zweiter Besuch bei der Tierärztin brachte noch keine wirkliche Besserung. Was ihr fehlte, wurde nicht deutlich. Aber dass sie kränkelte war nicht zu übersehen. Nachdem sie immer schwächer wurde und nicht mehr fressen mochte, wurden bei der Ärztin stärkere Maßnahmen nötig. Hilde bekam jetzt Antibiotika und Hausarrest, jedenfalls nachts. Am Tage durfte sie mal ein paar Stunden auf den Rasen zum Sauerstoff-Tanken.
Gestern dann war sie ganz müde, mochte nicht mehr fressen und nicht mehr laufen. Wir waren sehr besorgt um sie. Sie wurde sogar "zwangsernährt" mit einem Power-Drink, damit sie nicht völlig zusammenklappte. Abends gab es das Antibiotikum mit verquirltem Eigelb und Traubenzucker.
Und heute dann ging es endlich aufwärts. Sie war aktiv und mochte wieder fressen. Vielleicht hat das Antibiotikum jetzt angeschlagen? Ihre Freundin Irmi haben wir zu ihr in unseren Garten gesetzt, und die beiden haben es sich den ganzen Tag lang richtig gemütlich gemacht.
Unser Mariechen hatte vom ersten Tag an eine besondere Eigenschaft. Sie läuft viel und hektisch umher. Meist nicht, um vor irgendetwas zu flüchten, sondern einfach so. Das ist ihre bevorzugte Fortbewegungsart.
Sie ist nicht die Letzte in der Hackordnung und kann sich ordentlich wehren, wenn ihr etwas gegen den Strich geht, aber trotzdem rennt sie oft wie ein aufgescheuchtes Huhn umher - ohne aufgescheucht zu sein. Das sieht meist sehr niedlich aus. 😊
Nachdem es Hilde und Irmi nicht wirklich besser ging und sie immer noch etwas schlapp und appetitlos waren, sind wir heute mit den beiden zur Ärztin gefahren.
Zwei Hühner im Transportkorb sind in einer Landtierarztpraxis immer noch eine Show. Meist werden hier die Hühner kurzerhand geschlachtet, wenn sie krank sind. In die Tierarztpraxis kommen nur selten mal welche. Schon gar nicht im Hühnerpulli, wie bei meinem ersten Besuch vor knapp zwei Jahren. 😃 Die Ärztin ist aber sehr nett. Und auch, wenn diese Umgehensweise für sie neu ist, nimmt sie das doch mit Interesse und etwas amüsiert auf.
Sie konnte heute auf Anhieb bei den diffusen Symptomen auch nichts Genaues sagen. Die Hühner bekamen daher eine kleine Aufbauspritze und ich die Aufgabe, mit einer Kotprobe der Hühner wiederzukommen.
Als ich die genommen habe, war die Diagnose schon klar: Ein langer Spulwurm fand sich gut sichtbar in der Probe. Das passt auch sehr gut zum Erscheinungsbild der beiden: Etwas müde und appetitlos. Zusammen mit Durchfall und eingeschränkter Legetätigkeit der Klassiker bei Spulwürmern.
In der Praxis haben wir dann nur noch die Wurmkur für alle abgeholt. Die bekommen sie jetzt 7 Tage lang mit dem Trinkwasser, und dann sollten alle Hühner wurmfrei und fröhlich sein.
Hilde und Irmi sitzen im Krankenzimmer. Seit gestern sind die beiden stiller als die anderen und fressen auch nicht mehr so gut. Vielleicht setzt ihnen das feucht-kalt-stürmische Wetter zu, das seit Tagen herrscht.
Wir haben sie beide hereingeholt und servieren Wunschkost.
Da die beiden sich offensichtlich mögen und gut vertragen, ist das Krankenzimmer für sie ganz gemütlich. Sie kuscheln sich meist dicht zusammen und haben es viel trockener und wärmer als die anderen, die draußen fröhlich buddeln.
Die Hühnerschar wächst langsam zusammen. Agathe beruhigt sich immer mehr, und es ist zusehends friedlicher in der Gruppe.
Heute ist ein regnerischer, windiger Tag. Die Hühner finden das nicht so schön, aber sie nehmen, was kommt. Vor allem nehmen sie gerne den Nachmittags-Snack. Heute mal mit Nudeln und gekochtem Gemüse.
Gitte saß heute Morgen still im Gehege und fraß nicht. Da haben wir sie einen Tag zur Beobachtung ins "Krankenzimmer" geholt, den Welpenstall, den wir für diese Zwecke haben. Immerhin hat sie später ordentlich gefuttert.
In ca. zwei Wochen werden der Rasen und die Beete für die Sommersaison für die Hühner gesperrt. Aber jetzt durften alle nochmal den ganzen Garten genießen und die Neuen trafen ihre beiden Kater-Nachbarn.
Unsere liebe, sanfte Agathe. Wie hat sie uns leid getan, weil Dorchen so oft auf ihr herumhackte. Sie hat sich nie gewehrt. Phasenweise hatte sie einen eigenen Futternapf aus der Sichtweite der anderen, damit sie in Ruhe zum Fressen kam. Dorchen hat sie sonst immer verscheucht.
Und jetzt? Wir können es kaum glauben, wie sie sich verändert hat. Während die anderen Alten die Neuen ganz gelassen hinnehmen, scheucht Agathe sie herum, wo sie nur kann.
Man könnte den Eindruck bekommen, dass sie alles zurückgibt, was sie in den letzten Jahren eingesteckt hat...
Nun müssen wir sie manchmal separieren, damit die anderen in Ruhe fressen können. *seufz*
Wir hoffen aber, dass sie sich noch etwas einkriegen wird - oder dass die anderen im Laufe der Zeit mutiger werden und sich nicht mehr herumscheuchen lassen.
Verletzungen hat es aber bei all dem noch nicht gegeben. Nur etwas Unruhe in der Hühnerschar.
Allen zehn Hühnern geht es gut. Es kehrt langsam auch mehr Ruhe in die Hühnerschar ein. Man gewöhnt sich aneinander.
Heute ist es draußen recht stürmisch. Der Wind plustert das Gefieder auf, und einige von den Neuen sind ab und zu etwas unsicher auf den Beinen. Aber weggeweht wurde keine. Erst recht keine von den Alten. Und schon gar nicht unser Pummelchen Agathe...
Eine Woche sind unsere Neuen jetzt bei uns. Allen zehn Hühnern geht es gut.
Am ersten Tag gab es einige kräftige Zickerein, weil Klementinchen gerne Clan-Chefin werden wollte.
Gitte und Agathe hatte sie schnell eingeschüchtert, und ich war gespannt, wie die Begegnung mit Riekchen und Carölchen ausfallen würde, Platz 1 und 2 der Hackordnung.
Als mir irgendwann Riekchen mit blutigem Kamm entgegen kam, dachte ich, dass Klementinchen sie besiegt hatte.
Aber weit gefehlt. Nachdem ich den Kamm versorgt hatte, und Riekchen wieder ins Revier lief, rannte Klementinchen vor ihr weg. Riekchen hatte offensichtlich, mit Blessur, gesiegt.
Seitdem ist die Hackordnung klar: Die vier "Alten" geben den Ton an und halten die Neuen auf Abstand.
Und ausgerechnet die sanfte Agathe, die 18 Monate lang am Ende der Hackordnung von Dorchen gemobbt und von den anderen gepickt wurde, teilweise einen eigenen Futterplatz hatte, damit sie zum Fressen kam, ist jetzt eine echte kleine Furie. Sie scheucht die Neuen, wo sie kann. Kaum zu fassen!
Die Neuen kommen aber nicht zu kurz, sondern finden immer auch ein ruhiges Plätzchen im Gelände und auch genug Futter. Von allem ist reichlich da
Langsam, aber sicher erobern sich die Neuen jetzt das Revier und den Platz bei den Alten.