Mit einem Huhn zur Tierärztin oder gar in eine Tierklinik zu
fahren, ist immer noch sehr ungewöhnlich.
Man kann getrost mit Hamstern,
Eidechsen, Kanarienvögeln, Spinnen oder Schlangen zum Tierarzt gehen. Mit einem Huhn
ist das "merkwürdig". Da wird eher kurzer Prozess gemacht, wenn es krank wird oder leidet.
Die Journalistin Michaela Schießl, selbst
leidenschaftliche Hühnerhalterin, hat vor einiger Zeit einen großartigen
Artikel darüber geschrieben, wie verwunderlich es offenbar ist, mit einem
geliebten Huhn zur Tierärztin zu gehen.
Tot oder legend - Was passieren kann, wenn man mit einem Huhn zum Tierarzt geht
Weil Hühnerhalter/innen mit ihren „Nutztieren“ so selten zu ÄrztInnen
gehen, kennen sich auch nur wenige Veterinärmediziner/innen mit Hühnern gut
aus. Auch unsere Ärztinnen, die wir sehr schätzen, sind da keine Spezialistinnen.
Dr. Marko Legler aber, an der Tierärztlichen Hochschule in
Hannover, ist so ein Spezialist für Hühner.
Nun legte unser Riekchen seit einer Weile öfter Schichteier.
Das sind klumpenartige Gebilde, die entfernt an gestocktes Eigelb erinnern.
Wenn Schichteier häufiger auftreten, sind sie ein Alarmsignal. Dann ist mit dem
Legedarm etwas nicht in Ordnung. Die Gefahr, dass das Huhn dann plötzlich an
gestauten Schichteiern stirbt, ist relativ groß.
Ich wollte wissen, was mit Riekchen los ist und bin darum mit
ihr nach Hannover in die Tierärztliche Hochschule gefahren.Es war dort richtig schön zu erleben, dass ein Tierarzt ein Huhn
als Patientin wichtig nimmt und gründlich untersucht.
Riekchen hat wohl eine durch viele kleine tumorartige Gebilde vergrößerte
Leber. Weil das lauter kleine Abszesse sein könnten, bekommt sie jetzt
Antibiotika.
Und sie hat einen Hormonchip bekommen, der für einige Monate
die Eiproduktion verhindert. Dann kann sich ihr Legedarm erholen.Wir hoffen, dass wir unserem Riekchen auf diese Weise
noch zusätzliche Lebenszeit schenken können.
Dr. Legler hat mir gestattet, die Untersuchung zu dokumentieren.
Dr. Legler hat mir gestattet, die Untersuchung zu dokumentieren.
Was für ein cooles, selbstbewusstes Huhn. Kein Wunder, dass sie die Chefin ist. Ich finde es toll, was die Medizin inzwischen auch für Tiere tun kann und noch toller, dass Ihr keine Kosten und Mühen scheut. Gute Besserung, Riekchen.
AntwortenLöschenHier im Ruhrgebiet sieht es schlecht aus, die meisten Tierärzte behandeln gar keine Hühner und meine Nachbarin muss immer 30 Kilometer fahren, obwohl es Veterinäre an jeder Ecke gibt.
Und falls noch jemand schmunzeln möchte: mein letzter Tierartzbesuch ist ein paar Jahre her, ich kam mit zwei Wüstenrennmäusen. Eine weiße, eine schwarze, die ich als "Blacky" und "Flöckchen" vorstellte. Ratloser Blick der Arzthelferin: "und wer ist wer?"
:-) Das ist ja eine witzige Geschichte mit "Blacky" und "Flöckchen". Eine schwierige Aufgabe, die beiden zuzuordnen...
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