Donnerstag, 22. August 2019

Mit Riekchen in der Tierklinik


Mit einem Huhn zur Tierärztin oder gar in eine Tierklinik zu fahren, ist immer noch sehr ungewöhnlich. 
Man kann getrost mit Hamstern, Eidechsen, Kanarienvögeln, Spinnen oder Schlangen zum Tierarzt gehen. Mit einem Huhn ist das "merkwürdig". Da wird eher kurzer Prozess gemacht, wenn es krank wird oder leidet.
Die Journalistin Michaela Schießl, selbst leidenschaftliche Hühnerhalterin, hat vor einiger Zeit einen großartigen Artikel darüber geschrieben, wie verwunderlich es offenbar ist, mit einem geliebten Huhn zur Tierärztin zu gehen.

Tot oder legend - Was passieren kann, wenn man mit einem Huhn zum Tierarzt geht


Weil Hühnerhalter/innen mit ihren „Nutztieren“ so selten zu ÄrztInnen gehen, kennen sich auch nur wenige Veterinärmediziner/innen mit Hühnern gut aus. Auch unsere Ärztinnen, die wir sehr schätzen, sind da keine Spezialistinnen.

Dr. Marko Legler aber, an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, ist so ein Spezialist für Hühner.
Nun legte unser Riekchen seit einer Weile öfter Schichteier. Das sind klumpenartige Gebilde, die entfernt an gestocktes Eigelb erinnern. Wenn Schichteier häufiger auftreten, sind sie ein Alarmsignal. Dann ist mit dem Legedarm etwas nicht in Ordnung. Die Gefahr, dass das Huhn dann plötzlich an gestauten Schichteiern stirbt, ist relativ groß.

Ich wollte wissen, was mit Riekchen los ist und bin darum mit ihr nach Hannover in die Tierärztliche Hochschule gefahren.Es war dort richtig schön zu erleben, dass ein Tierarzt ein Huhn als Patientin wichtig nimmt und gründlich untersucht.

Riekchen hat wohl eine durch viele kleine tumorartige Gebilde vergrößerte Leber. Weil das lauter kleine Abszesse sein könnten, bekommt sie jetzt Antibiotika.
Und sie hat einen Hormonchip bekommen, der für einige Monate die Eiproduktion verhindert. Dann kann sich ihr Legedarm erholen.Wir hoffen, dass wir unserem Riekchen auf diese Weise noch zusätzliche Lebenszeit schenken können.
Dr. Legler hat mir gestattet, die Untersuchung zu dokumentieren.




2 Kommentare:

  1. Was für ein cooles, selbstbewusstes Huhn. Kein Wunder, dass sie die Chefin ist. Ich finde es toll, was die Medizin inzwischen auch für Tiere tun kann und noch toller, dass Ihr keine Kosten und Mühen scheut. Gute Besserung, Riekchen.

    Hier im Ruhrgebiet sieht es schlecht aus, die meisten Tierärzte behandeln gar keine Hühner und meine Nachbarin muss immer 30 Kilometer fahren, obwohl es Veterinäre an jeder Ecke gibt.

    Und falls noch jemand schmunzeln möchte: mein letzter Tierartzbesuch ist ein paar Jahre her, ich kam mit zwei Wüstenrennmäusen. Eine weiße, eine schwarze, die ich als "Blacky" und "Flöckchen" vorstellte. Ratloser Blick der Arzthelferin: "und wer ist wer?"

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    1. :-) Das ist ja eine witzige Geschichte mit "Blacky" und "Flöckchen". Eine schwierige Aufgabe, die beiden zuzuordnen...

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