Montag, 20. April 2020

Sorgenhühner und eine Beerdigung

Im Moment haben wir eine schwierige und traurige Phase mit unseren Hühnern. Olivia und Queenie sind beide sehr krank - eine Folge der Ausbeutung ihrer Körper in der Legefabrik.

Und Irmi ist in dieser Woche ganz plötzlich gestorben. Auch von ihr wusste ich seit 10 Tagen, dass sie den Bauch voller Tumore hat. Sie hatte sich mit Medikamenten gut wieder erholt und war ganz munter gewesen. Aber dann plötzlich am Donnerstag Morgen baute sie rasant ab und starb wenige Stunden später unter einem Rosenbusch.

Olivia ist am Dienstag in der Tierklinik operiert worden. Sie hatte den ganzen Bauch voller Schichteier, die sich entzündet hatten und ihr große Schmerzen bereiteten.
Es gab nur die Optionen Operation oder Einschläfern. Wir haben uns für Operation entschieden.
Sie hat die OP überstanden und erholt sich jetzt ganz langsam. Ihr ist der komplette Legedarm entfernt worden, weil der schon zu kaputt war. Sie ist noch nicht über den Berg, aber sie hat jetzt wieder eine Chance weiterzuleben.

Schlimmer sieht es für Queenie aus. Ich hatte sie zur Untersuchung mitgenommen als ich Olivia aus der Klinik abholte. Auch Queenie hat, wie ich befürchtet hatte, Schichteier im Bauch, die sich nicht mehr von alleine lösen. Aber bei der Untersuchung hat die Ärztin festgestellt, dass sie zahlreiche Tumore in der Leber hat. Ihre Chancen auf eine gelingende Operation sind nicht groß.
Aber wir werden es wohl dennoch versuchen, denn ohne OP hat sie nur noch große Schmerzen in einem sehr kurzes Leben vor sich.

Diese Erscheinungen sind weit verbreitete Erkrankungen bei den Legehennen. Auch Carölchen hatte Tumore in der Leber und im Bauch und sicher auch Hilde und Loretta. Sie alle sind daran gestorben.
Die brutale Ausbeutung der kleinen Körper in den Legefabriken bleibt nicht ohne Folgen für die Tiere.
Sie erleben entweder Pest oder Cholera. Entweder werden sie mit nur 18 Monaten geschlachtet ohne je ein richtiges Hühnerleben gehabt zu haben - oder sie leiden irgendwann danach, wenn sie noch ein neues Zuhause finden, an den Spätfolgen der Ausbeutung ihrer kleinen Körper: Legedarmentzündungen, Schichteier und Tumore sind an der Tagesordnung.
Alles sehr schmerzhaft für die Tiere und alles Folge ihres Lebens als "Nutztiere".

Aber für die Monate oder wenigen Jahre, die sie in der Zwischenzeit noch richtig gut leben können, lohnt es sich, diesen Tieren ein Hühnergerechtes Zuhause zu geben.

Heute mal zwei Videos in Moll.



Als unser Riekchen im letzten Jahr eingeschläfert werden musste, ist mir das furchtbar schwer gefallen. Mein Gefühl war, dass es eigentlich noch nicht an der Zeit gewesen wäre, aber Riekchen hatte einfach keine Kraft mehr und konnte sich kaum noch bewegen, obwohl ihr Herz beim Einschläfern lange nicht aufhören wollte zu schlagen, was mich sehr traurig machte. Als hätte sie nicht gehen wollen....
Nachdem ich das erlebt hatte, konnte ich mich mit ihrem Sterben nicht gut abfinden. Nach einer Weile habe ich einen kleinen Gartenstecker für ihr Grab gekauft, der mit einem winzigen Solarpanel verbunden ist. Jetzt leuchtet nachts immer ein kleines Licht auf Riekchens Grab und auf unserem "Hühnerfriedhof".
Das ist ein bisschen tröstlich für mich.



 Irmi war seit Januar 2019 bei uns. Sie war ein niedliches und sanftes Huhn. Und sie hatte witzige Angewohnheiten. Von einer davon habe ich vor einiger Zeit erzählt.
Darum endet dieser Blogeintrag mit einem fröhlichen Video aus der glücklichen Lebenszeit von Irmi.



2 Kommentare:

  1. Puh, was für traurige Nachrichten. Empathische Menschen leiden mit, andere freuen sich über das Kilo Hackfleisch für 2,99 €.

    Ich bewundere immer wieder, wie viel Zeit, Mühe und Geld Ihr für die Tiere aufbringt. Das macht die Welt ein wenig heller, trotz aller schlimmen Nachrichten.

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