Samstag, 2. Januar 2021

Trennungen und Neubeginn

 


In letzter Zeit wurde zusehends offensichtlich, dass mit unseren vier "Hühnern vom Penny-Markt", die Anfang November bei uns eingezogen waren, etwas grundsätzlich nicht stimmte. Drei von ihnen waren sehr still, standen nur herum und entwickelten sich kaum weiter. Auch ihre Kämme blieben winzig und recht blass. Nur die vierte, Ylva, die jetzt Ypsi heißt, war mobil und machte immer mehr den Eindruck der Entwicklung eines normalen Huhns.
 
Schließlich sind wir der Sache - mit Hilfe von Steffi und Julia von Rettet-das-Huhn, auf den Grund gegangen, und es zeigte sich, dass Xenia, Wilma und Vivi eine Entwicklungsverzögerung haben, die ihnen auf Dauer das Leben mit unseren anderen Hühnern unmöglich macht. Sie sind zu schwach und würden von den "Alten" heftig gepiesackt werden. Hühner sind da gnadenlos. Und da die Drei schlecht laufen können, könnten sie auch nicht fliehen.

Inzwischen gibt es eine Reihe von Junghühnern, die vor dem Einstallen aussortiert werden, die diese Verzögerung aufweisen. Die Tierärztliche Hochschule Hannover hat herausgefunden, dass diese Tiere als Küken eine Enterokokken-Infektion durchlaufen haben, die sie nachhaltig geschädigt hat. Wie sehr sie sich noch entwickeln können, ist offen. Aber dass sie im Zusammenleben mit gesunden Hühnern keine Chance haben, ist klar.

Nun wird Saskia aus Hessen eine Gruppe von diesen "Kükis" zusammenstellen, die bei ihr einen eigenen Stall und ein eigenes Revier haben werden.
Und so sind Vivi, Xenia und Wilma gestern nach Hessen umgezogen. Eine Reihe von Hühnern sind in einer Fahrkette von Hamburg bis Hessen gefahren. Thomas ist von uns aus bis Göttingen gefahren. Am Rasthof Allertal hat er zu unseren noch vier Körbe aus Hamburg übernommen, dann noch drei Körbe in Hannover. In Göttingen hat Saskia dann die Hühner übernommen. 7 davon kommen jetzt in die neue "Küki"-Gruppe, dazu hat sie noch einen Pflegefall bekommen. Die anderen Pfleglinge sind zu Irene gezogen, die sich in Kassel an der Autobahn mit Saskia getroffen hat, um ihre Hühner zu übernehmen.

Thomas sagt, ich soll hier unbedingt erwähnen, wie gut diese organisierte Fahrkette von Rettet-das-Huhn geklappt hat. Alle Fahrenden waren pünktlich mit den Hühnern an den vereinbarten Übergabepunkten. Alles ging absolut reibungslos und freundlich über die Bühne.
Und alle Hühner sind wohlbehalten in ihrem neuen Zuhause angekommen. 

Mir ist die Trennung von Vivi, Xenia und Wilma sehr schwer gefallen, aber ich musste einsehen, dass wir nicht die Möglichkeit haben, ihnen hier ein eigenes Hühnerhaus und ein eigenes Revier einzurichten. 

Und Ypsi, die jetzt hier allein ist, kommt überraschend gut klar. Sie hat nun ein kleines Tages-Revier neben der Voliere mit den anderen, und da geht es ihr recht gut. (Nachts schläft sie weiterhin im Welpenstall in einem Dachzimmer im Haus.) Sie ist jedenfalls ganz munter und mobil. 

(Nach dem "Dreharbeiten" wird das Revier von Ypsi übrigens immer wieder Stallpflichtgerecht mit einer transparenten Plane abgedeckt. Nur zum kurzen Filmen ist das so offen.)

3 Kommentare:

  1. Ach, Du Arme, so eine schwere Entscheidung! Vielleicht kannst Du ja bei Gelegenheit berichten, wie sich die drei in ihrer neuen Gruppe einleben und ob und wie sie sich entwickeln. Ich finde es toll, dass sich RdH auch um bereits vermittelte Hühner kümmert, wenn es Probleme gibt!

    Weißt Du, was Ypsi hat? Ihr staksiger Gang sieht irgendwie nach Marek aus, oder? Wenn sie scharrt, merkt man aber fast nix mehr - das wird! Die anderen sind ganz empört, dass dieses Junghuhn das schöne Gras für sich alleine hat:) Hast Du schon mal versucht, eine der sanfteren Hennen zu ihr zu setzen?

    Ich wünsche euch ein glückliches neues Jahr und dass die blöde Stallpflicht bald aufgehoben werden kann!

    AntwortenLöschen
  2. Ich glaube nicht, dass Ypsi Marek hatte. Ich tippe eher auf einen nicht behandelten Bruch oder eine Fehlstellung des Beines.
    Sie ist jetzt zum Glück putzmunter und genießt ihre Tage sichtlich. Das freut uns sehr.
    Nein, ich habe noch keine zu ihr gesetzt. Das wird kaum etwas bringen. Die Rangelei kommt so oder so, wenn sie dann in die Gruppe integriert wird.
    Sie ist ja auch immer ganz nah bei ihnen, sieht und hört sie den ganzen Tag - und umgekehrt. Ich bin zuversichtlich, dass das die Gewöhnung abkürzt, wenn sie dann keinen Hasendraht mehr zwischen sich haben.
    Danke, Dir auch ein gutes neues Jahr!! :-)
    Und ja, dass die Stallpflicht nicht verlängert wird, hoffen wir auch. Es ist doch langweilig auf Dauer für die Hühner.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei uns war es bisher immer so, dass die alten Hennen die neuen nach einigen Tagen durch´s Gitter ignoriert haben, aber wenn das Gitter dann weg war, sind trotzdem die Fetzen geflogen. Vor allem die jeweils Rangniedrigste der alten ist immer "sehr darauf bedacht", den neuen klar zu machen, dass sie das Sagen hat - ist ja auch toll, wenn man endlich jemanden vom Futter wegscheuchen kann ... Vielleicht ist es für Ypsi ganz gut, wenn sie sich langsam dran gewöhnen kann, dass die anderen nicht so harmlos sind, wie sie durch den Zaun wirken.

      Löschen