Dienstag, 11. August 2020

Mariechen ist erblindet

Mariechen ist gestern über Nacht erblindet.
Es hat eine Weile gedauert, bis ich kapiert habe, warum sie nicht von der Stange und aus dem Stall kommen will. Sie saß einfach da und jammerte vor sich hin.
Dann habe ich sie mit viel Trick und Überredung draußen zum Trinken und Picken gebracht. Da war ich schon froh, dass sie endlich ordentlich Wasser getrunken hat bei der Hitze.

Jetzt habe ich ihr ein schattiges Mini-Areal bei den anderen abgesteckt. Da findet sie leicht Futter und Wasser. Ich habe ordentlich Körner verstreut. Außerdem kann sie sich etwas an die neue Situation gewöhnen, ist aber nicht allein. Ich will sehen, wie sich das weiter entwickelt. Hoffentlich kommt sie klar.

Leider ist auch das eine Erkrankung, die bei den ehemaligen Legefabrik-Hennen nicht selten ist. Manchmal kommen die Hühner mit der Veränderung ganz gut zurecht. Andere haben es schwerer, und manche ziehen in Gruppen von erblindeten Hühnern um.
Ich hoffe, dass sich Mariechen an die neue Situation gewöhnen kann. Ich will versuchen, ihr mit der Zeit immer größere Bewegungsfreiheit zu ermöglichen, in der sie aber trotzdem genug Futter und Wasser findet.
Das Mini-Revier ist nur zum Angewöhnen. Da liegt so viel Futter, dass sie auf jeden Fall etwas findet, egal wo sie pickt.




4 Kommentare:

  1. Hallo, ich lese schon länger Deinen Blog und habe es jetzt endlich geschafft, einen Kommentar zu posten.
    Wir haben außer unseren mittlerweile acht Jahre alten Hühnern inzwischen fünf RdH-Hennen (zwei im letzten Jahr, drei in diesem), die absolut bezaubernd sind (aber das muss ich Dir nicht sagen). Eine davon ist auf einem Auge blind und ich habe immer Angst, dass dem guten Auge etwas passiert.
    Vielleicht könntest Du am Futter/Wasser und am Stall verschiedene Glöckchen oder Windspiele anbringen, damit sich Mariechen so orientieren kann?
    Alles Gute für Dich und die Hennen
    Nicole

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  2. Liebe Nicole,
    danke für den Tipp!
    Leider hat bei Mariechen jetzt auch die befürchtete und typische Lähmung zur Blindheit eingesetzt. Sie wird jetzt mehrere Wochen gelähmt sein. Das ist leider die häufige Kombination von Blindheit und Lähmung. Wenn sie das überlebt, was ich hoffe, dann können wir für die Zeit danach planen. Und dann komme ich auf Deine Ideen gerne zurück. Denn auch wenn die Lähmung wieder geht, wird die Blindheit bleiben.
    Viele Grüße
    Jeannette

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  3. Liebe Jeanette,
    oh Mann, davon habe ich ja noch nie gehört! Wie äußert sich die Lähmung, total oder kann sie "nur" nicht mehr stehen? Bekommt sie dann so einen Rollstuhl, wie man ihn bei RdH manchmal sieht? Kann man das irgendwie behandeln, oder muss man einfach nur päppeln und abwarten? Weiß man, woher das kommt? Dieses Jahr ist wirklich nicht lustig für euch!
    Alles Gute für Mariechen, dass sie bald wieder auf die Beine und mit ihrer Blindheit zurechtkommt.
    Herzliche Grüße
    Nicole

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    1. Liebe Nicole,
      wenn Mariechen durchhält, dann kann die Lähmung der Beine nach ein paar Wochen wieder verschwinden.
      Ja, ich bekomme hoffentlich heute schon den Rollstuhl, den mir eine nette Hühnerhalterin von "Rettet-das-Huhn" schickt. Diese Rollstühle sind für Hühner, die gebrochene Beine haben oder solche vorübergehenden Lähmungen.
      Ich hatte Mariechen gestern schon eine Hängematte gebastelt, damit sie ein paar Stunden eine andere Position hat.
      Sie kommt im Moment erstaunlich gut zurecht und futtert wie ein kleiner Scheunendrescher. Ich hoffe, das bleibt so!
      Unser Riekchen, die im letzten Jahr das Gleiche hatte, hat nach einigen Tagen nicht mehr gefressen. Wir mussten sie dann leider einschläfern lassen.
      Ich hoffe, dass bei Mariechen der Verlauf besser sein wird. Im Augenblick bin ich gedämpft optimistisch.
      Viele Grüße
      Jeannette

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