Sonntag, 4. Oktober 2020

Herbst im Hühnerrevier - Mauserzeit - Die Federn fallen

Unsere Hühner mausern zur Zeit. Sie sehen zerrupft aus, und in Stall und Revier fliegen die Federn. In ein paar Wochen ist das Gefieder dann bei allen wieder schön und komplett.

 





Samstag, 3. Oktober 2020

Mariechen im Rotlichtmilieu

 Mariechen kann leider noch nicht wieder laufen. Aber sie ist nach wie vor munter, frisst und trinkt mit Vergnügen, so dass wir optimistisch sind, dass sie bald wieder auf die Beine kommt. Es gab Hühner, die erst nach drei Monaten wieder losgelaufen sind. Da haben wir noch viel Zeit zum Hoffen.

Heute hatte sie sich aus Versehen beim Herumräkeln in ihren Wassernapf gelegt und eine nasse Brust bekommen. Die habe ich ihr drinnen getrocknet und ihr ein bisschen Rotlicht spendiert. Das mochte sie offenbar sehr gerne.

Nach dem Rotlicht, dem Futter, dem Wasser, dem Putzen und dem Nickerchen ist sie jetzt wieder bei den anderen im Hühnerrevier.



Sonntag, 6. September 2020

Im Hühnerhospiz

Wir haben schwierige Wochen auf unserem Hühnerhof hinter uns.
Mariechen ist zur Zeit ein Pflegefall. Sie ist an einem Virus erkrankt, blind und gelähmt.
Die Lähmung wird vorbei gehen, wenn sie die nächsten Wochen übersteht. Im Augenblick ist sie aber trotz allem so munter, dass wir vorsichtig optimistisch sind, dass sie das schafft.

Mir ist bewusst, dass die Bilder eines blinden und gelähmten Huhns verstörend sein können. Aber Mariechen hat gute Chancen, wieder Laufen zu können, und mit ihrer Blindheit, die bleiben wird, kann sie dann gut leben. Das ist nicht so ungewöhnlich bei Hühnern.
Wir müssen nur diese etwas schwierigen Wochen der Lähmung überstehen. Das sind normalerweise ca. 6 Wochen. Sehr lang, aber nicht endlos. 
Ellen hat uns einen Hühner-Rollstuhl ausgeliehen, in dem Mariechen zwischendrin immer mal sitzt.

Und dann sind in dieser Woche auch noch Nina und Klementinchen gestorben.
Nina hatte Leukose-Tumore im Bauch, die so viele ehemalige Legehennen haben.
Ihr ging es in ihren letzten Tagen elend, so dass wir sie am Montag einschläfern lassen mussten.
Und am Freitag Morgen ist Klementinchen gestorben. Ganz schnell, offenbar an einem Herzanfall.
Ihr ging es bis zum Abend davor immer gut.

Nachdem wir vor einer Woche auch unsere liebe Katze Kira mit 17 Jahren gehen lassen mussten, die einen Nierentumor hatte und der es zum Schluss auch schlecht ging, sind wir im Augenblick ziemlich bedient von Krankheit und Tod. 

Klementinchen war immerhin unser 7. Huhn, das in diesem Jahr gestorben ist, und uns geht jeder Tod auch nah, weil wir jedes Huhn gern haben.
Wir haben nach ihrem Tod überlegt, ob wir aufhören wollen mit den Rettungshühnern, die nach der Legefabrik keine lange Lebenserwartung mehr haben und später oft so viel Leiden und Krankheiten aushalten müssen, wenn sie nicht gleich nach der Fabrik geschlachtet werden.

Wir haben uns dann doch dagegen entschieden und beschlossen, dass wir jetzt halt ein Hühnerhospiz sind. Das macht es leichter, die Situation mit den Krankheiten und dem Sterben hinzunehmen.
Klementinchen hatte immerhin 1 Jahr und 8 Monate eine gute Zeit bei uns. Also mehr als die Hälfte ihres Lebens. Und Nina immerhin 1 Jahr und 3 Monate. Klementinchen war nie krank in der Zeit und Nina erst in der letzten Zeit.  
In diesen Monaten hatten wir viel Freude mit ihnen und es ging ihnen gut. Das wiegt für uns am Ende schwerer als die bittere Zeit zum Schluss.


Dienstag, 11. August 2020

Mariechen ist erblindet

Mariechen ist gestern über Nacht erblindet.
Es hat eine Weile gedauert, bis ich kapiert habe, warum sie nicht von der Stange und aus dem Stall kommen will. Sie saß einfach da und jammerte vor sich hin.
Dann habe ich sie mit viel Trick und Überredung draußen zum Trinken und Picken gebracht. Da war ich schon froh, dass sie endlich ordentlich Wasser getrunken hat bei der Hitze.

Jetzt habe ich ihr ein schattiges Mini-Areal bei den anderen abgesteckt. Da findet sie leicht Futter und Wasser. Ich habe ordentlich Körner verstreut. Außerdem kann sie sich etwas an die neue Situation gewöhnen, ist aber nicht allein. Ich will sehen, wie sich das weiter entwickelt. Hoffentlich kommt sie klar.

Leider ist auch das eine Erkrankung, die bei den ehemaligen Legefabrik-Hennen nicht selten ist. Manchmal kommen die Hühner mit der Veränderung ganz gut zurecht. Andere haben es schwerer, und manche ziehen in Gruppen von erblindeten Hühnern um.
Ich hoffe, dass sich Mariechen an die neue Situation gewöhnen kann. Ich will versuchen, ihr mit der Zeit immer größere Bewegungsfreiheit zu ermöglichen, in der sie aber trotzdem genug Futter und Wasser findet.
Das Mini-Revier ist nur zum Angewöhnen. Da liegt so viel Futter, dass sie auf jeden Fall etwas findet, egal wo sie pickt.




Sonntag, 9. August 2020

Hitze

32°. Die Hühner wissen, was ihnen gut tut. Auch unsere Youngster. Sie verbringen den Tag im Schatten der alten Rhododendron-Büsche. Ich bin immer froh, dass im Hühnerrevier so viele Büsche und Bäume sind, die Schatten und Schutz spenden. Die Hühner wissen es sichtlich zu schätzen.



Donnerstag, 30. Juli 2020

Familienzusammenführung um 5 Uhr morgens

Unsere beiden Junghühner und die operierte Queenie haben ja eine Weile separiert von den anderen gelebt. Sie sind dabei ein schönes Trio geworden. Jetzt war es an der Zeit, dass sie ins Hühnerrevier umziehen.
Das Problem dabei ist die Hackordnung. Die lässt sich leider nicht umgehen. Wer immer neu ins Hühnerrevier einzieht, wird auf seinen Platz in der Hackordnung gewiesen. Und das geht mit Hacken und Scheuchen. Leider lässt sich das mit keinem Trick oder Kniff vermeiden. Da müssen die Neuen durch. Das ist für uns immer eine blöde Zeit, weil uns die gepiesackten Hühner wirklich leid tun. Aber helfen können wir nicht. Wir achten nur immer auf, dass es keine ernsteren Verletzungen gibt.
Das sieht auch für unsere Augen schlimmer aus als es für die Hühner ist. Die haben die Hackordnung in den Genen und finden das völlig normal und wohl nicht so dramatisch.
 Die Neuen haben wir heute Nacht in den Stall gesetzt, dann wachen die Alten und Neuen morgens schon zusammen auf. Und dann muss man nur noch sehen, dass die Neuen immer genug Platz haben, um zu flüchten, wenn sie zu dolle gescheucht oder gehackt werden.
Bei unseren Dreien hat es eigentlich ganz gut geklappt. Es hätte schlimmer kommen können. Sie haben sich jetzt schon nach einem Tag gut eingelebt im neuen Revier.
Und spätestens nach ein paar Wochen ist ohnehin die Rangfolge in der Hühnerschar geklärt und dann werden sie alle friedlich zusammenleben.


Sonntag, 5. Juli 2020

Queenies Verwandlung

Als Queenie im Dezember zu uns kam, war sie ziemlich kahl und zerzaust. Als sie das erste Mal bei der Tierärztin war, sagte die: "Was ist das denn für ein zerrupftes Wesen?!"
Und dann hatte sie im April noch das große Schichtei im Bauch, das ihr herausoperiert werden musste. Ein wirklich schwieriger Start für die Kleine!
Aber sie hat sich herausgemacht. Und wie! In den letzten beiden Monaten ist aus ihr ein bildschönes Huhn geworden. Und wir sind heilfroh, dass die Süße noch bei uns ist!!




Sonntag, 28. Juni 2020

Agathe, 5 Jahre, unser Plaudertäschchen

Agathe ist das einzige Huhn, das von der ersten Gruppe vom Mai 2017 noch da ist. Sie ist also fast 5 Jahre alt. Für ein ehemaliges "Fabrikhuhn" ist das ein sehr stolzes Alter.
Sie erfreut sich aber von Anfang an auch bester Gesundheit. Wir glauben, dass sie immer unfruchtbar gewesen ist, nie ein einziges Ei gelegt hat und deshalb immer noch so gesund und kräftig ist. Sie ist deutlich das schwerste von allen Hühnern und hat auch immer das kräftigste Gefieder gehabt.
Aber noch etwas kennzeichnet Agathe. Sie plaudert den lieben langen Tag. Wo sie geht und steht oder um uns herum ist, gurrt und quietscht sie leise vor sich hin. Das ist sehr gemütlich und niedlich. Agathe, unser liebes altes Plaudertäschchen. 💓




Freitag, 19. Juni 2020

Allen Hühnern geht es gut.

Zur Zeit geht es allen Hühnern gut. Denen im Hühnerrevier und unseren drei noch "Gartenhühnern" auch. Tabby und Ulrike haben sich wunderbar eingelebt. Tabby, die anfangs extrem scheu war, hat das völlig abgelegt und ist jetzt auch sehr zutraulich geworden.
Alle beide laufen uns im Garten nach wie kleine Hündchen. Absolut rührend!
Wir sind sehr froh, dass diese beiden Schätze dazu gekommen sind.
Es freut uns auch sehr, dass sie mit Queenie, die nach der OP auch noch zur Erholung im Garten lebt, ein gutes Team geworden sind. Die Drei sind jetzt fast immer zusammen unterwegs.
Nächste oder übernächste Woche sollen sie dann alle in das Hühnerrevier umsiedeln. Das wird für uns nicht leicht werden, weil wir die Drei sehr ins Herz geschlossen haben.
Aber einmal muss es ja sein.... *seufz*

Unser Trio unter dem Rosenbogen



 Ulrike will immer hoch hinaus. Sie kann auch sehr gut fliegen. 
Mit ihr werden wir noch viel Vergnügen haben.. 

  
Nachdem Tabby und Ulrike vor einer guten Woche ihre ersten beiden Eier gelegt hatten, war erstmal wieder Ruhe eingekehrt. Ich dachte, dass die Produktion erst langsam losgeht.
Aber als die beiden vor ein paar Tagen, nachdem ich sie in den Garten rausgesetzt hatte, zielsicher hinten hinter die Kräuterspirale düsten, hatte ich einen Verdacht. 
Und siehe da.... Die beiden Süßen haben sich  im Immergrün ein hübscheres Plätzchen zum Eierlegen gesucht als den ollen Welpenstall... 😄

 


Dienstag, 2. Juni 2020

Tabby und Ulrike, 16 Wochen alt

Ein Anruf von Julia von "Rettet das Huhn" hat uns in dieser Woche eine große Freude gemacht. Nach dem vielen Kummer in letzter Zeit, ist jetzt neues Leben bei uns eingezogen. Tabby und Ulrike. Gerade mal 16 Wochen alt. Fast noch "Kinder".
Der Verein übernimmt manchmal auch Hühner, die ganz jung beim Einstallen in die Legefabrik aussortiert werden. Sie sind zu schwach, haben gebrochene Beine oder andere "Behinderungen".
Normalerweise werden sie sofort getötet.
Von 100.000 Hühnern wurden in einem riesigen Betrieb 100 Hennen aussortiert. Einige sind gleich gestorben, andere wurden in der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Tiho) versorgt oder aufgepäppelt.
Zwei zuerst Schwächelnde sind Tabby und Ulrike, inzwischen schon ziemlich munter. Wir durften sie zu uns nehmen und freuen uns sehr auf das Leben mit ihnen!



Montag, 25. Mai 2020

Rosalie ist gestorben

In diesem Jahr kommt es knüppeldick bei uns - und vor allem für die Hühner.
Rosalie ist heute Nacht in der Tierklinik gestorben. Gestern bin ich mit ihr dorthin gefahren, weil es ihr schlecht ging. Sie mochte nichts mehr fressen, atmete ganz angestrengt und stand nur noch herum.
Bei der Röntgenaufnahme wurde dann etwas gefunden, was ich kaum fassen konnte: Rosalie hatte einen Nagel im Magen.
Heute wollte Dr. Legler untersuchen, ob eine OP überhaupt möglich ist, aber Rosalie hat die Nacht in der Klinik nicht mehr geschafft.
Ich bin erschüttert, dass sie einen so sinnlosen Tod hatte. Wir werden auch nicht mehr klären können, wo sie den Nagel gefressen hat. Vielleicht hatte sie ihn schon in sich als sie zu uns kam, aber vielleicht hat sie ihn hier irgendwo ausgebuddelt. Wir wissen es nicht und können es auch nicht mehr klären.
Die süße Rosalie. Ich bin so traurig. Im Dezember ist sie erst mit Queenie und Sophie bei uns eingezogen. Sie hat mich am ersten Tag gehackt wie keine andere vorher und wurde dann so schnell ganz sanft und lieb.
Sie hatte nur fünf schöne Monate in Freiheit. Aber sie hatte einen Namen, sie hat gescharrt und gebuddelt, sie hat Sonnen- und Sandbäder genommen und ist durch den ganzen Garten gestreift.
Hier ist sie rechts mit Queenie und Sophie. Und das andere Foto ist von gestern.
Fly free,  unsere süße Rosalie! 💓




Montag, 18. Mai 2020

Neue Auslegeware

Das Hühnerrevier brauchte eine kleine Auffrischung, und die Gelegenheit war günstig.😊





Sonntag, 3. Mai 2020

Sorgenhühner auf dem Weg der Besserung!

In dieser Woche kostet bei Lidl das Hähnchenbruststeak im Angebot 5,98 Euro das Kilo....

Manchmal kriege ich diese beiden Welten im Kopf nicht zusammen: Auf der einen Seite sehe ich das massenhafte Billigfleisch aus qualvoller Produktion.
Auf der anderen Seite haben wir unsere Hühner Olivia und Queenie in der Tierklinik operieren lassen, um ihnen Leid und frühen Tod zu ersparen. Ohne die OPs wären sie jetzt mit großen Schmerzen schwerkrank oder in der Zwischenzeit schon eingeschläfert.

Das ist alles völlig verdreht.

Mir ist auch klar, dass viele nicht werden verstehen können, dass man Hühner teuer operieren lässt, die doch nur "Nutztiere" sind - und leicht zu ersetzen.

Bei einem Haustier wäre das kein Problem. Wenn eine Katze, ein Meerschweinchen oder eine Schlange operiert werden, ist das natürlich ok. Die Tiere gehören ja zur Familie, werden geliebt und sind daher wertvoll.

Genauso geht es uns mit den Hühnern, auch wenn (fast) alle draußen in ihrem Stall und Hühnerrevier leben. Keins ist wie das andere. Jedes hat seine Eigenarten und ist liebenswert.

Wir haben uns die Entscheidung zur OP nicht leicht gemacht, haben den Aufwand und die Prognose abgewogen - und uns dann doch zweimal zur OP entschieden. Auch bei Queenie, die wegen ihrer Tumore in der Leber keine große Lebenserwartung mehr haben wird. Nur hätte sie ohne die OP nur noch ein kurzes Leben mit großen Schmerzen gehabt - und wir mögen sie einfach so gern. Sie ist so ein freundliches und anhängliches Tier. Das zutraulichste aller unserer Hühner.

Olivias Schichteier haben ein Drittel ihres Körpergewichtes ausgemacht. Es kann sich jede/r mal vorstellen, wie es ist mit so einem großen entzündeten Tumor im Bauch zu leben, der so zwischen 20 und 30 Kilo wiegt...

Wie auch immer: Wir haben uns entschieden, und zum Glück ist es in beiden Fällen gut gegangen, und beide Hühner sind jetzt auf dem Weg der Besserung. Wir sind froh, dass sie noch da sind und sich ihres Lebens schmerzfrei erfreuen können. Das sind knapp 4 Kilo Hühner-Lebendgewicht, die wir gern haben und die jetzt wieder fröhlich durch unseren Garten und ihr Revier stromern. So soll das sein!