Mariechen ist zur Zeit ein Pflegefall. Sie ist an einem
Virus erkrankt, blind und gelähmt.
Die Lähmung wird vorbei gehen, wenn sie die nächsten Wochen
übersteht. Im Augenblick ist sie aber trotz allem so munter, dass wir vorsichtig
optimistisch sind, dass sie das schafft.
Mir ist bewusst, dass die Bilder eines blinden und gelähmten
Huhns verstörend sein können. Aber Mariechen hat gute Chancen, wieder Laufen zu
können, und mit ihrer Blindheit, die bleiben wird, kann sie dann gut leben. Das ist nicht so
ungewöhnlich bei Hühnern.
Wir müssen nur diese etwas schwierigen Wochen der Lähmung überstehen. Das sind normalerweise ca. 6 Wochen. Sehr lang, aber nicht endlos.
Wir müssen nur diese etwas schwierigen Wochen der Lähmung überstehen. Das sind normalerweise ca. 6 Wochen. Sehr lang, aber nicht endlos.
Ellen hat uns einen Hühner-Rollstuhl ausgeliehen, in dem Mariechen zwischendrin immer mal sitzt.
Und dann sind in dieser Woche auch noch Nina und
Klementinchen gestorben.
Nina hatte Leukose-Tumore im Bauch, die so viele
ehemalige Legehennen haben.
Ihr ging es in ihren letzten Tagen elend, so dass wir sie am
Montag einschläfern lassen mussten.
Und am Freitag Morgen ist Klementinchen gestorben. Ganz
schnell, offenbar an einem Herzanfall.
Ihr ging es bis zum Abend davor immer gut.
Nachdem wir vor einer Woche auch unsere liebe Katze Kira mit
17 Jahren gehen lassen mussten, die einen Nierentumor hatte und der es zum
Schluss auch schlecht ging, sind wir im Augenblick ziemlich bedient von
Krankheit und Tod.
Klementinchen war immerhin unser 7. Huhn, das in diesem
Jahr gestorben ist, und uns geht jeder Tod auch nah, weil wir jedes Huhn gern
haben.
Wir haben nach ihrem Tod überlegt, ob wir aufhören wollen
mit den Rettungshühnern, die nach der Legefabrik keine lange Lebenserwartung mehr haben und später oft so viel Leiden und Krankheiten aushalten
müssen, wenn sie nicht gleich nach der Fabrik geschlachtet werden.
Wir haben uns dann doch dagegen entschieden und beschlossen,
dass wir jetzt halt ein Hühnerhospiz sind. Das macht es leichter, die Situation
mit den Krankheiten und dem Sterben hinzunehmen.
Klementinchen hatte immerhin 1 Jahr und 8 Monate eine gute
Zeit bei uns. Also mehr als die Hälfte ihres Lebens. Und Nina immerhin 1 Jahr
und 3 Monate. Klementinchen war nie krank in der Zeit und Nina erst in der
letzten Zeit.
In diesen Monaten hatten wir viel Freude mit ihnen und es ging ihnen gut. Das wiegt für uns am Ende schwerer als die bittere Zeit zum Schluss.
In diesen Monaten hatten wir viel Freude mit ihnen und es ging ihnen gut. Das wiegt für uns am Ende schwerer als die bittere Zeit zum Schluss.







